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Bioplastik: Biologisch abbaubar vs. biobasiert, was ist der Unterschied?

RUUGA GmbH
2022-02-11 11:40:00 / Allgemeines
Bioplastik: Biologisch abbaubar vs. biobasiert, was ist der Unterschied? -

Biokunststoffe führen oft zu Verwirrung: Was ist das? Wie viel Bio steckt wirklich drin? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen biologisch abbaubaren und biobasierten Kunststoff? Wie muss man Verpackungen aus Bioplastik entsorgen und kann sie recycelt werden? Wir haben das Wichtigste zusammengefasst.


Bioplastik- neuste Erfindung? Oder doch nicht?

Tatsächlich waren Biokunststoffe früher gängige Praxis: Bis in die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden Kunststoffe vorwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen wie Naturkautschuk und Cellulose produziert. Erst ab dem Zweiten Weltkrieg wurden stattdessen die durch Erdölraffination gewonnene fossilen Rohstoffe wie Erdöl oder Erdgas genutzt. Um das Klima zu schützen und die fossilen Rohstoffe zu schonen, wird heute versucht wieder mehr auf die ursprüngliche Art der Kunststoffherstellung zu setzen.

Dem Begriff Bioplastik liegen laut DIN EN 16575 zwei mögliche Bedeutungen zugrunde:

  • Biologisch abbaubar
  • Biobasiert


Was bedeutet „biologisch abbaubar“?

Biologisch abbaubare Kunststoffe sind Kunststoffe, die unter bestimmten Bedingungen durch Mikroorganismen aufgelöst werden können. Beim Abbau hinterlassen diese Stoffe nichts Weiteres als ihre elementaren Bestandteile Wasser, Kohlendioxid (CO2 ) und Biomasse. Dabei ist die Zeit, die für die Zersetzung benötigt wird, unerheblich.
Die biologische Abbaubarkeit eines Materials hängt nicht von der Rohstoffbasis, sondern von der chemischen Struktur des Stoffs ab. Das bedeutet, dass grundsätzlich auch Kunststoffe aus fossilen Rohstoffen biologisch abbaubar sein können. Andersrum können Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen eine Struktur aufweisen, die eine biologische Abbaubarkeit ausschließen.


Woraus wird biologisch abbaubarer Kunststoff hergestellt?

Biologisch abbaubarer Kunststoff kann aus thermoplastischer Stärke, Cellulose, abbaubaren Polyestern und Polylactid (PLA) hergestellt werden. Unter PLA versteht man das Polymer der Milchsäure, welches ebenfalls aus Stärke oder Cellulose gewonnen wird. Die Milchsäureproduktion erfolgt vorrangig unter Nutzung von Maisstärke. Einige abbaubare Polyester werden bisweilen auch aus Erdöl hergestellt. Somit sind nicht sämtliche biologisch abbaubaren Kunststoffe auch biobasiert. Häufig liegen auch Mischungen vor, zum Beispiel von PLA und abbaubaren Polyestern. Ob ein Kunststoff biologisch abbaubar ist, hängt auch von der weiteren Verarbeitung ab und kann nur experimentell festgestellt werden.


Anwendung biologisch abbaubarer Kunststoffe im Gastronomiebedarf:

Die Hauptanwendungen biologisch abbaubarer Kunststoffe in Europa liegen im Verpackungs- und Cateringbereich. Bereits in relativ breitem Umfang eingeführt sind Produkte wie:

  • Abfallsäcke
  • Tragetaschen
  • Einweggeschirr (Becher, Tassen, Teller, Besteck)
  • Verpackungsfolien
  • Obst- und Gemüseschalen
  • Verpackungshilfsmittel


Entsorgung und Recycling von biologisch abbaubaren Kunststoffen

Für eine zuverlässige und schnelle Kompostierung biologisch abbaubarer Verpackungen sind bestimmte Voraussetzungen nötig, die nur bei einer industriellen Kompostierung erreicht werden können. Weil es bisher nur wenige kompostierbare Verpackungen gibt, ist eine Entsorgung an getrennte Kompostierungsanlagen bisher meist weder möglich noch sinnvoll. Auch wenn es logisch erscheint, kompostierbare Produkte tatsächlich über die braune Bioabfalltonne zu entsorgen, ist diese Lösung zum aktuellen Zeitpunkt aus ökologischer Sicht nicht zu empfehlen. Es bleibt daher aktuell nur der gewohnte Weg über den Recycling-Müll.


Vorteile von biologisch abbaubaren Kunststoffen

  • Reduzieren den Verbrauch von fossilen Rohstoffen wie Erdöl, Erdgas oder Kohle und damit CO2-Emissionen.
  • Sind bei der Verbrennung klimafreundlicher als normales Plastik, denn sie setzen nur soviel CO2 frei, wie im Ausgangsmaterial gespeichert war. Und das ist bei pflanzlichen Rohstoffen deutlich weniger als bei erdölbasiertem Material.
  • Sind – zumindest industriell – kompostierbar


Was sind biobasierte Kunststoffe?

Biobasierte Kunststoffe sind Kunststoffe, die auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden. Für die Herstellung von biobasierten Kunststoffen werden vor allem Zucker, Stärke und Cellulose als Ausgangsstoffe verwendet, die aus Pflanzen wie Mais, Zuckerrohr, Zuckerrüben oder Hölzern bestehen.


Woraus wird biobasierter Kunststoff hergestellt?


Biobasierte Kunststoffverpackungen bestehen nur zu einem gewissen Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen. Beispielsweise müssen neuartige Biokunststoffe wie PLA nur zu 40 % aus Biomasse bestehen, um als "biobasiert" deklariert zu werden. In der Praxis ist durchaus eine Mischung aus nachwachsenden und fossilen Rohstoffen möglich – vor allem in Verpackungen. Auskunft über den biobasierten Anteil bieten verschiedene Zertifizierungsmöglichkeiten, wie beispielsweise das Prüfzeichen "Bioabased" der Nederlandse Norm. Biobasierte Kunststoffe können biologisch abbaubar sein, sind es aber oft auch nicht. Umgekehrt sind biologisch abbaubare Kunststoffe nicht zwingend auch biobasiert.

Entsorgung und Recycling von biobasierten Kunststoffen

Weil die biobasierten Verpackungen meist nicht gleichzeitig auch biologisch abbaubar sind und in der Kompostieranlage aufwendig aussortiert werden müssten, dürfen diese Verpackungen nicht in der braunen Bioabfalltonne entsorgt werden. Stattdessen müssen sie wie alle anderen Kunststoffverpackungen auch über die gelbe Tonne entsorgt werden.


Biobasierte Kunststoffe, welche dieselbe chemische Struktur aufweisen wie ihre fossilbasierten Pendants können genauso recycelt werden wie diese. Für biobasierte Kunststoffe, welche nicht dieselbe chemische Struktur aufweisen wie fossilbasierte Kunststoffe, ist es schwieriger. Zwar sind viele davon thermoplastisch verformbar, was eine wichtige Voraussetzung für das Recycling ist. Allerdings sind Sortieranlagen zum Beispiel für Leichtverpackungen aus dem gelben Sack nicht auf die Sortierung dieser Kunststoffe ausgelegt. Außergewöhnliche Kunststoffe landen daher größtenteils in der energetischen Verwertung.


Vorteile von Biobasierten Kunststoffen

  • Reduzieren den Einsatz von fossilen Rohstoffen
  • Reduzieren den Ausstoß von Treibhausgasen bei der Produktion


Quellen:

https://www.umweltbundesamt.de/biobasierte-biologisch-abbaubare-kunststoffe

https://www.umweltbundesamt.de/biobasierte-biologisch-abbaubare-kunststoffe#11-was-ist-der-unterschied-zwischen-biobasierten-und-biologisch-abbaubaren-kunststoffe


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